Erinnerungskultur

Mittwoch, 25. März 2026 - Beginn 19.30 Uhr

Erased Memories, Disrupted Futures – Dokumentarfilm, Vortrag und Diskussion mit Julia Manek (medico international) und Mark Mushiva (Forensic Architecture)

2025. Deutschland gibt sich als Erinnerungs-Weltmeister. Dabei hat es den ersten kolonialen Genozid an den Ovaherero und Nama im heutigen Namibia immer noch nicht als solchen anerkannt. Stattdessen erstarkt die extreme Rechte – und mit ihr eine vergangen geglaubte Kolonialromantik. Indes wird in Namibia ein neues Energie-Megaprojekt gebaut, das die deutsche Wirtschaft entkarbonisieren könnte – mit absehbar vernichtenden Folgen für die historischen Gedenkstätten der Nama und Ovaherero.

Forensic Architecture ist eines der zur Zeit weltweit wichtigsten Kunst-Kollektive, das internationale Recherche, politischen Aktivismus und interdisziplinäre Kunst-Installationen verbindet. Gemeinsam mit der humanitären Organisation medico international präsentiert Forensic Architecture Filmdokumentationen, die in Zusammenarbeit mit Organisationen der Nama und Ovaherero entstanden sind. Auf der Grundlage von Zeitzeugnissen wie alten Postkarten und Erinnerungen werden mit Digitaltechnik Orte deutscher Kolonialherrschaft rekonstruiert.

Mark Mushiva ist informationstechnologischer Spezialist beim Forschungskollektiv Forensis/Forensic Architecture. Der promovierte Creative-Decolonial Technologist wuchs in Namibia auf. Zwischen Berlin und Windhoek entwickelte er die filmischen Rekonstruktionen der deutschen kolonialen Verbrechen im heutigen Namibia maßgeblich mit.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung "Die Ferne so nah. Wie Lippstadt die Weite Welt kennenlernte" des Stadtmuseums Lippstadt. Die Ausstellung findet statt in der Städt. Galerie im Rathaus vom 29. November 2025 bis zum 26. April 2026.

Eintritt 12 €

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